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Die Menschheit

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6. November 2018

Die Freimaurer

Unternehmen

Freimaurer haben sich der Verschwiegenheit und insbesondere dem Grundsatz verpflichtet, freimaurerische Bräuche und Logenangelegenheiten nicht nach außen zu tragen (Arkanprinzip, Verschwiegenheitspflicht). Dies soll intern den freien Ideen- und Meinungsaustausch ermöglichen. Grundsätzlich sind die meisten Rituale durch einschlägige Literatur zugänglich. Die Zeremonien und die Alten Pflichten der spekulativen Freimaurerei werden auf Gebräuche und Unterlagen historischer Steinmetzbruderschaften zurückgeführt, so auf das Regius-Manuskript aus dem Jahr 1390 und das Cooke-Manuskript aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Freimaurer treffen sich zu ritueller „Tempelarbeit“. Zum Ritual kann ein Vortrag mit freimaurerischen Bezügen gehören. Während der Tempelarbeit besteht eine meditative Atmosphäre. Eine Diskussion des Vortrages findet im Tempel nicht statt, das Thema kann aber bei einer anschließenden „Tafelloge“ ungezwungen weiterbesprochen werden. Nach außen wirken Freimaurer auch durch karitative Arbeit und Förderung von Bildung und freiheitlicher Aufklärung. Zwei der bekanntesten freimaurerischen Symbole sind Winkel und Zirkel (in Amerika mit dem zentralen Buchstaben „G“, welcher oft für die allgegenwärtige Geometrie steht).

Gesellen-Beförderung. Kupferstich, im frühen 18. Jahrhundert

Wertvorstellungen


Die sozialethischen Zielsetzungen und Forderungen des Freimaurer-Bundes erscheinen zuweilen unbequem: Sie fordern vom Einzelnen, das für recht und notwendig Erkannte unmittelbar in die eigene Lebensführung umzusetzen. Die Gesellschaft - davon sind die Freimaurer überzeugt - kann nur über den einzelnen und das, was er als sein Leben verwirklicht, humaner werden. Die Freimaurer nennen ihre geduldige, auf Evolution ausgerichtete Methode den Tempelbau der Menschheit, und sie glauben, dass diese Arbeit gegenüber anderen Systemen einen großen Vorzug hat: Man kann sie sofort anwenden, kann beginnen, ohne auf gewandelte Voraussetzungen zur Anwendung zu warten.

Würde heute - so die freimaurerische Überzeugung - jeder damit beginnen, in seinem Umfeld, also in seiner Familie, in seinem beruflichen Bereich, in seinem Freundeskreis und in seiner Nachbarschaft für mehr Menschlichkeit, mehr Geduld, mehr Achtung vor dem Andersdenkenden zu sorgen, so könnte schon morgen weniger Angst in der Welt sein. Da die Welt und die Menschen sich ständig wandeln, das Vertrauen ununterbrochen erschüttert wird und immer wieder neu gefasst werden muss, hat der Freimaurerbund auch heute seine besondere Aufgabe. Wenn die Bruderschaft, die erstmalig in der Zeit der Aufklärung als bedeutende fortschrittliche Kraft in Erscheinung getreten ist, so besonders deshalb, weil man es in der vielgestaltigen Gemeinschaft der Logen verstanden hat, jedem seine Freiheit des Denkens zu belassen und auch bei unterschiedlichen Auffassungen die Brüderlichkeit nicht zu zerstören.


Freimaurer erheben in der Regel keine Forderungen als Gruppe, sie appellieren nicht an andere, den Staat, die Gesellschaft, sondern grundsätzlich an sich selbst: Sie begreifen sich als die Aufgerufenen, Bürgersinn und Verantwortungsbewusstsein im täglichen Leben zu praktizieren, den Dienst am Mitmenschen zu stärken und in Wort und Tat einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten, einer Welt, die nicht mehr sinnlos zerrissen ist, sondern in der der Mensch den Menschen achtet.

Grundsätze der Freimaurer


I.       Der Freimaurerbund ist eine Verbindung freier Männer, die ihr Brauchtum von den Baubruderschaften des Mittelalters herleitet. Die Vorschriften, wie sie für jene Bruderschaften gültig waren und in verschiedenen Urkunden, namentlich in den sogenannten "Alten Pflichten der Freimaurer von 1723",und in den Ritualen enthalten sind, dienen dem Freimaurerbund auch heute noch als Richtlinien zur Belehrung.


II.      Die Freimaurer betrachten sich als Brüder, ihren Bund als einen Bruderbund. Sie wissen, dass alle Menschen, so verschieden ihre Gaben und ihre Verhältnisse auch sein mögen, als gleichberechtigte Wesen geboren sind. Sie wissen aber auch dass diese Wahrheit im Leben der Menschen häufig verkannt wird und erachten es deshalb als ihre Pflicht, brüderliche Gesinnung unter sich und gegenüber ihren Mitmenschen zu erwecken und zu betätigen.


III.     Der Zweck des Freimaurerbundes ist die Erziehung seiner Mitglieder zum wahren Menschentum. Die Mittel zu diesem Zweck sind: die Übung der von den Baubrüderschaften übernommenen symbolischen Gebräuche; gegenseitige Belehrung über die wichtigsten Angelegenheiten der Menschheit; Pflege des Idealen und Anregung zu wahrer Freundschaft und Bruderliebe; Erfüllung der sozialen Pflichten und Pflege der Wohltätigkeit. Im weiteren setzt sich der Freimaurerbund zum Ziel, seine Grundsätze ausserhalb der Loge zu verbreiten, die Bildung und Aufklärung nach Kräften zu fördern, gemeinnützige Anstalten zu unterstützen und nötigenfalls solche zu gründen und der Intoleranz entgegenzutreten.


IV.    Der Freimaurerbund arbeitet zu Ehren des allmächtigen Baumeisters aller Welten *). Er huldigt dem Grundsatz der Gewissens-, Glaubens- und Geistesfreiheit und verwirft jeden Zwang, der diese Freiheit bedroht. Er achtet jedes aufrichtige Bekenntnis und jede ehrlich Überzeugung und verwirft jede Verfolgung Andersdenkender. Den alten Überlieferungen gemäss, liegen bei allen rituellen Arbeiten das Buch der Heiligen Gesetze, Winkelmass und Zirkel, die Drei Grossen Lichter der Freimaurerei, als Symbole auf dem Altar. *) vergleichbar mit dem in den christlichen Religionen verwendeten Ausdruck "Gott".


V.      Der Freimaurer macht es sich zur Pflicht, die Freiheit und Unabhängigkeit des Vaterlandes zu verteidigen und zur Erhaltung des inneren Friedens in Wort, Schrift und Tat nach Kräften beizutragen. Er tritt getreu der Tradition des Bundes für die Beachtung der Menschenrechte ein. Die einzelnen Mitglieder sollen sich in Betätigung der maurerischen Grundsätze an den öffentlichen Angelegenheiten beteiligen und dabei so handeln, wie es nach ihrer innersten Überzeugung für das Wohl und das Gedeihen des Vaterlandes am besten ist.


VI.     Die Loge ist ein friedlicher und neutraler Tempel, dessen Schwelle die Gegensätze und Leidenschaften des Aussenlebens nicht überschreiten sollten.

Die Loge mischt sich nicht in parteipolitische oder konfessionelle Streitfragen. Zur Belehrung über derartige Fragen ist jedoch ein gegenseitiger Meinungsaustausch gestattet, der indessen weder zu Abstimmungen noch überhaupt zu Beschlüssen führen darf, welche die individuelle Freiheit der Mitglieder beinträchtigen könnten.


VII.   Der Bund nimmt ohne Unterschied des Glaubens, der Rasse, der Nationalität, der politischen Partei oder des bürgerlichen Standes freie Männer von gutem Rufe auf, die sich in dem Streben nach Veredelung brüderlich vereinigen wollen. Er verwirft das förmliche Anwerben von Mitgliedern. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Logenmitglieder solchen Männern, die sie für den Bund als geeignet erachten, in diskreter Weise aufklärende Mitteilungen über das Wesen und den Zweck des Bundes machen.


VIII.  Die Freimaurer haben die Verpflichtung, die Gesetze der Grossloge und der Loge treu zu befolgen, deren Ehre und Interessen nach Kräften zu wahren und zu fördern. Sofern ihre Überzeugung oder ihre Verhältnisse es erfordern, steht ihnen der Austritt aus dem Bund frei.