33

Die Menschheit

Swiss Design Art Unternehmen

6. November 2018

Das Voynich Manuskript

Unternehmen

Das Voynich-Manuskript (benannt nach Wilfrid Michael Voynich, der das Manuskript 1912 erwarb) ist ein Schriftstück, das sich einmal im Besitz des Kaisers Rudolf II. des Heiligen Römischen Reichs befand. Es ist in einer bislang nicht identifizierten Schrift und Sprache geschrieben. Sein Inhalt konnte bis heute nicht entschlüsselt werden und es ist nach wie vor unklar, ob der Text überhaupt einen sinnvollen Inhalt transportiert. Im Manuskript vorhandene Abbildungen erinnern an botanische, anatomische und astronomische Zusammenhänge und wurden mit Sorgfalt gezeichnet. Das Manuskript befindet sich seit 1969 unter Katalognummer MS 408 im Bestand der Beinecke Rare Book and Manuscript Library der Yale University.

Wilfrid Michael Voynich

Die Pflanzenwelt im Voynich Manuskript

1962 datierte ein Expertenteam die Handschrift aufgrund von Material und Schreibstil auf etwa 1500 n. Chr. Doch die Provenienz (die Folge der Vorbesitzer) konnte bislang nur lückenhaft und nicht mit Sicherheit ermittelt werden.


Da der Inhalt bisher nicht entschlüsselt werden konnte, stützt die Datierung des Manuskripts sich lediglich auf die Illustrationen. Aufgrund der Hinweise aus Kleidung und Haartracht sowie einiger weiterer Anhaltspunkte wird das Manuskript von den meisten Experten in den Zeitraum zwischen 1450 und 1520 datiert.


Erst 2009 wurden am Institut in Chicago und Arizona kleinste Proben von vier verschiedenen Seiten untersucht. In einer Radiokarbonanalyse konnte das Alter des verwendeten Pergaments mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Zeitraum zwischen 1404 und 1438 bestimmt werden. Vermutlich sind alle Seiten gleichen Ursprungs. Ferner haben Experten des Mc Crone-Forschungsinstitutes in Chicago festgestellt, dass die Tinte nicht wesentlich später aufgetragen wurde.

Geschichte des Manuskripts

Details in den Illustrationen, insbesondere die Schwalbenschwanzzinnen, ließen die Entstehung der Handschrift in Oberitalien vermuten, da diese Zinnenform in der fraglichen Zeit nur dort belegt sei. Die Frührenaissance Norditaliens war auch eine Hochburg der frühneuzeitlichen Universalgelehrten und der Kryptologie.


Aus dem kaum leserlichen und wohl nicht eigenhändigen Namenseintrag Jacobj ’a Tepenece auf der ersten Seite des Manuskripts lässt sich, falls sie echt ist, schließen, dass der böhmische Hofpharmazeut Jakub Horcicky de Tepenec das Exemplar zur Lektüre in Händen hatte oder sogar sein Eigentum nannte. Da schon sein Adelstitel verwendet wird, müsste dieser Eintrag erst nach 1608 entstanden sein. In einem mit dem Manuskript gefundenen Brief schreibt dessen vermeintlicher Verfasser, der spätere Besitzer Johannes Marcus Marci, um jenen Zeitpunkt sei Rudolf II. von Habsburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Gerüchten zufolge Besitzer dieses Manuskriptes gewesen, nachdem er es für die damals hohe Summe von 600 Dukaten einem unbekannten Händler abgekauft habe. Entweder war Jakub Horcicky dieser Händler, oder, und diese Theorie gilt als wahrscheinlicher, das Manuskript wurde ihm von Rudolf II. für weitere Analysen anvertraut, da er als erfolgreicher Chemiker und Pharmazeut bekannt war.


Marci berief sich bei dieser Geschichte auf seinen Freund Raphael Mnishovsky, einen Rechtsanwalt und Dichter, der unter Rudolf II. an den Prager Hof gekommen war, wo er den späteren Kaiser Ferdinand II. unterrichtete. Marci berichtete auch, Kaiser Rudolf habe geglaubt, Roger Bacon, der franziskanische Polyhistor des 13. Jahrhunderts, sei der Autor des Manuskripts gewesen.


Der nächste bekannte Besitzer war nach dem Begleitbrief Georg Baresch, ein wenig bekannter Alchemist, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Prag lebte. Baresch hatte versucht, den Text zu entschlüsseln, war jedoch (wie bislang alle seine Nachfolger) damit gescheitert. Er wandte sich daher an Athanasius Kircher, einen jesuitischen Universalgelehrten und seinerzeit eine Berühmtheit, dem es angeblich gelungen war, die Hieroglyphenschrift der alten Ägypter zu lesen. Dass die kirchersche Lesung völlig irrig war, stellte sich erst nach der erfolgreichen Entschlüsselung der Hieroglyphen durch Champollion heraus. Zu seiner Zeit galt Kircher jedoch als Kapazität im Dechiffrieren rätselhafter Texte, weshalb Baresch ihm eine Kopie der Manuskripttexte zusammen mit der Bitte um eine Expertise zusandte. Kircher scheint darauf jedoch nie reagiert zu haben. Der erste Brief Bareschs scheint verloren, ein weiterer Brief Bareschs an Kircher vom 27. April 1639 konnte jedoch von René Zandbergen im Archiv der Korrespondenz Kirchers gefunden werden.


Als nächster Besitzer erbte der bereits erwähnte Johannes Marcus Marci das Manuskript von dem mit ihm befreundeten Baresch (kurz vor 1666). Marci war der Autor des dem Manuskript beigelegten Briefes an Kircher, in dem er Kircher erneut um Hilfe bei der Entschlüsselung der Geheimschrift bat. Zu diesem Zweck wollte er diesmal keine Kopie senden, sondern das Manuskript selbst. Es ist jedoch nicht belegt, dass das Manuskript je in Kirchers Hände gelangte, denn in keinem der nach Kirchers Tod angefertigten Kataloge über seinen wissenschaftlichen Nachlass wird etwas von jenem Manuskript erwähnt.


Was in den über 200 Jahren zwischen 1666 und 1870 mit dem Manuskript geschah, ist bislang unbekannt. Doch da es (nach Aussage Voynichs) Teil einer Bibliothek des Jesuitenordens war, kann vermutet werden, dass das Manuskript sich zusammen mit dem Nachlass Kirchers im Besitz des Jesuitenordens befand, also zunächst der Bibliothek des Collegium Romanum (heute die Päpstliche Universität Gregoriana) gehörte.


Dort blieb es vermutlich, bis der Vatikanstaat im Zuge des Risorgimento von den Truppen Viktor Emanuels II. 1870 annektiert wurde und kirchliches Eigentum von Konfiskation bedroht war. Die Bestände der päpstlichen Universitätsbibliothek wurden eilig den Mitgliedern der Fakultät übertragen, da privater Besitz nicht vom Zugriff des italienischen Staates bedroht war. Darunter befand sich auch der Nachlass Kirchers, der dem damaligen Ordensgeneral Pierre Jean Beckx übergeben wurde. Das Voynich-Manuskript gehörte ausweislich eines Exlibris von Beckx zu diesem Bestand. Beckx’ „Privatbibliothek“ ging schließlich in die Bücherbestände des 1865 gegründeten Jesuitenkollegs Nobile Collegio Mondragone in der Villa Mondragone bei Frascati ein.


Dort wurde es vermutlich 1912 von Wilfrid Michael Voynich entdeckt, der es zusammen mit etwa 30 anderen wertvollen Manuskripten den Jesuiten abgekauft haben will. Dazu Voynichs Fundbericht:


Im Jahre 1912 stolperte ich über eine sehr bemerkenswerte Sammlung kostbarer illuminierter Handschriften. Jahrzehntelang waren sie in Kisten begraben gewesen, wo ich sie in einem alten südeuropäischen Schloss fand. Die Sammlung war dort anscheinend infolge der politischen Unruhen des frühen 19. Jahrhunderts untergebracht worden. Während ich die Handschriften in Hinblick auf einen Ankauf wenigstens eines Teils der Sammlung untersuchte, wurde meine Aufmerksamkeit von einem Band besonders angezogen. Es war ein so hässliches Entlein, verglichen mit den anderen, mit Gold und Farben reich verzierten Manuskripten, dass meine Neugier sogleich erregt war. Ich stellte fest, dass es vollständig in einer Geheimschrift geschrieben war. Dass ein Manuskript des 13. Jahrhunderts vollständig in Geheimschrift verfasst war, überzeugte mich von dessen außerordentlicher Bedeutung, da meines Wissens dergleichen in so früher Zeit nicht existierte, weshalb ich es den zu erwerbenden Manuskripten hinzufügte


Voynich


Nach Voynichs Tod im Jahre 1930 erbten seine Frau Ethel und Anne Nill, seine langjährige Sekretärin, das Manuskript. Nach dem Tod von Ethel 1960 war Anne Nill seine alleinige Besitzerin. Sie verkaufte es für 25.000 US-$ an den Buchhändler Hans P. Kraus. Dieser wollte es gewinnbringend weiterverkaufen, fand jedoch keinen Käufer und stiftete 1969 das Manuskript schließlich der Yale-Universität, wo es heute zum Bestand der Beinecke Rare Book & Manuscript Library gehört.


Es ist umstritten, auf welche Weise das Manuskript in Voynichs Besitz überging. Voynich selbst schwieg sich zeitlebens über die genaue Herkunft des Manuskripts aus. Erst durch einen nach ihrem Tode zu öffnenden Brief von Voynichs Witwe Ethel Lilian Voynich an ihre Erbin und Lebensgefährtin Anne Nill wurde die Herkunft des Manuskripts aus dem Mondragone-Kolleg bekannt.

Seite 001

Seite 001 R

Seite 001 V

Seite 002 R

Seite 002 V

Seite 003 R

Seite 003 V

Seite 004 V

Seite 004 R

Seite 005 R

Seite 005 V

Seite 006 V

Seite 006 R

Seite 007 R

Seite 007 V

Seite 008 V

Seite 008 R

Seite 009 R

Seite 009 V

Seite 010 V

Seite 010 R

Seite 011 R

Seite 0011 V

Seite 012 V

Seite 012 R

Seite 013 R

Seite 013 V

Seite 014 V

Seite 014 R

Seite 015 R

Seite 015 V

Seite 016 V

Seite 016 R

Seite 017 R

Seite 017 V

Seite 018 V

Seite 018 R

Seite 019 R

Seite 019 V

Seite 020 V

Seite 020 R

Seite 021 R

Seite 021 V

Seite 022 V

Seite 022 R

Seite 023 R

Seite 023 V

Seite 024 V

Seite 024 R

Seite 025 R

Seite 025 V

Seite 026 V

Seite 026 R

Seite 027 R

Seite 027 V

Seite 028 V

Seite 028 R

Seite 029 R

Seite 029 V

Seite 030 V

Seite 030 R

Seite 031 R

Seite 031 V

Seite 032 V

Seite 032 R

Seite 033 R

Seite 033 V

Seite 034 V

Seite 034 R

Seite 035 R

Seite 035 V

Seite 036 V

Seite 036 R

Seite 037 R

Seite 037 V

Seite 038 V

Seite 038 R

Seite 039 R

Seite 039 V

Seite 040 V

Seite 040 R

Seite 041 R

Seite 041 V

Seite 042 V

Seite 042 R

 Seite 043 R

 Seite 043 V

 Seite 044 V

 Seite 044 R

 Seite 045 R

 Seite 045 V

 Seite 046 V

 Seite 046 R

 Seite 047 R

 Seite 047 V

 Seite 048 V

 Seite 048 R

 Seite 049 R

 Seite 049 V

 Seite 050 V

 Seite 050 R

 Seite 051 R

 Seite 051 V

 Seite 052 V

 Seite 052 R

 Seite 053 R

 Seite 053 V

 Seite 054 V

 Seite 054 R

 Seite 055 R

 Seite 055 V

 Seite 056 V

 Seite 056 R

 Seite 057 R

 Seite 057 V

 Seite 058 V

 Seite 058 R

 Seite 059 R

 Seite 059 V

 Seite 060 V

 Seite 060 R

 Seite 061 R

 Seite 061 V

 Seite 062 V

 Seite 062 R

 Seite 063 R

 Seite 063 V

 Seite 064 V

 Seite 064 R

 Seite 065 R

 Seite 065 V

 Seite 066 V

 Seite 066 R

Seite 067 R

Seite 067 V

Seite 068 R

Seite 068 V

 Seite 069 R

Seite 069 V

Seite 070 R

 Seite 070 V

 Seite 071 R

Seite 071 V

Seite 072 R

 Seite 072 V

 Seite 073 R

 Seite 073 V

 Seite 074 V

 Seite 074 R

 Seite 075 R

 Seite 075 V

 Seite 076 V

 Seite 076 R

 Seite 077 R

 Seite 077 V

 Seite 078 V

 Seite 078 R

 Seite 079 R

 Seite 079 V

 Seite 080 V

 Seite 080 R

Seite 081 R

Seite 081 V

Seite 082 V

Seite 082 R

Seite 083 R

Seite 083 V

Seite 084 V

Seite 084 R

Seite 085 R

Seite 085 V

Seite 086 R

Seite 086 V

Seite 087 R

Seite 087 V

Seite 088 R

Seite 088 V

Seite 089 R

Seite 089 V

Seite 090 R

Seite 090 V

Seite 091 V

Seite 091 R

Seite 092 R

Seite 092 V

Seite 093 V

Seite 093 R

Seite 094 R

Seite 094 V

Seite 095 R

Seite 095 V

Seite 096 V

Seite 096 R

 Seite 097 R

 Seite 097 V

 Seite 098 V

 Seite 098 R

 Seite 099 R

 Seite 099 V

Seite 100 V

Seite 100 R

 Seite 101 R

Seite 101 V

Seite 102 R

 Seite 102 V

 Seite 103 V

 Seite 103 R

Seite 104 R

 Seite 104 V

 Seite 105 V

 Seite 105 R

Seite 106 R

 Seite 106 V

 Seite 107 V

 Seite 107 R

 Seite 108 R

 Seite 108 V

 Seite 109 V

 Seite 109 R

Seite 110 R

 Seite 110 V

 Seite 111 V

 Seite 111 R

Seite 112 R

 Seite 112 V

 Seite 113 V

 Seite 113 R

Seite 114 R

Seite 114 V

Seite 115 V

Seite 115 R

Seite 116 R

Seite 116 V

Pflanze 1

Pflanze 2

Pflanze 6

Pflanze 5

Pflanze 4

Pflanze 3

Pflanze 8

Pflanze 7

Pflanze 9

Pflanze 10

      

       Pflanze 11


       Pflanze 12


       Pflanze 13


       Pflanze 14


       Pflanze 15


       Pflanze 16


       Pflanze 17


       Pflanze 18


       Pflanze 19


       Pflanze 20


       Pflanze 21


       Pflanze 22


       Pflanze 23

 

       Pflanze 24


       Pflanze 25


       Pflanze 26


       Pflanze 27


       Pflanze 28


       Pflanze 29


       Pflanze 30


       Pflanze 31

 

       Pflanze 31


       Pflanze 33


       Pflanze 34


       Pflanze 35


       Pflanze 36


       Pflanze 37


       Pflanze 38


       Pflanze 39


       Pflanze 40


       Pflanze 41


        Pflanze 42


       Pflanze 43


       Pflanze 44


       Pflanze 45